Archiv der Kategorie: Sprache

CO2-Fußabdruck

Der Begriff wurde von einer Werbeagentur im Auftrag des Energiekonzerns BP erfunden. Auf Wikipedia wird zusammengefasst:

Darüber hinaus wird das Konzept des individuellen CO2-Fußabdruckes dafür kritisiert, dass es als Mittel der Schuldverschiebung entworfen wurde. Der CO2-Fußabdruck wurde als Teil einer Marketingstrategie des Energiekonzerns BP in Kooperation mit Ogilvy & Mather entwickelt und ging 2004 als Kalkulator auf der Website von BP online. BP wird vorgeworfen dies als Ablenkungsmanöver getan zu haben, um die Bemühungen bezüglich des Klimawandels auf das Verhalten des individuellen Endverbrauchers, anstatt auf die Energiekonzerne und die Systeme und Politik dahinter zu lenken. In den gängigen Berechnungsmethoden werden die Emissionen die bei der Produktion und Logistik von Gütern entstehen teilweise oder vollständig in den individuellen CO2-Fußabdruck des Verbrauchers gewichtet, welcher nur begrenzt beeinflussen kann unter welchen Bedingungen beanspruchte Waren produziert werden. Da der Einfluss einzelner Verbraucher auf diese Art von systematischen Emissionen nahezu vernachlässigbar ist, kann die Zuordnung von globalen Emissionen auf Einzelpersonen zu einem verzerrten Bewusstsein bezüglich der Bekämpfungsmöglichkeiten des Klimawandels führen.

Wikipedia

Lange denken im Dialog

„When we are capable of self-awareness, it’s usually for a very brief period of time: the ‚window of consciousness‘, during which we hold a thought or work out a problem, tends to be open on average for roughly seven seconds. What neuroscientists (and it mus be said, most contemporary philosophers) almost never notice, however, is that the great exception to this is when we are talking to someone else. In conversation, we can hold thoughts and reflect on problems sometimes for hours on end. […] Human thought is inherently dialogic.“

David Graeber and David Wengrow, The Dawn of Everything.

Bertrand Russell

Ich höre zur Zeit „A History of Western Philosophy“ von Bertrand Russell, eine Mischung aus Sozialgeschichte und Philosophiegeschichte mit erfrischend klaren Stellungnahmen eines Autors, der sich keine Mühe gibt, unparteiisch zu sein. Sicherlich ist er dabei sehr selektiv und hoffnunglos eurozentrisch, aber seine analytische Klarheit und harschen Polemiken machen das mehr als wett. Meine Lieblingsbeispiele sind seine Diskussion der Logik von Aristoteles und sein imaginärer Dialog zwischen Nietzsche und Buddha.

Familie

…während die blinde alte Dame die überlieferten Familiengeschichten erzählte, finstere Begebenheiten, in denen es um Scheidung ging, um Konkurse, Dürrezeiten, Freundestäuschungen, Kindersterblichkeit, Brustkrankheiten, in der Blüte ihres Lebens dahingeraffte Männer, fehlgeschlagene Hoffnungen, verlorene Schönheit, unanständig dick gewordene Frauen, Schmuggelgeschäfte, opiumrauchende Dichter, schmachtende Jungfrauen, Verfluchungen, Typhus, Banditen, Homosexualität, Sterilität, Frigidität, Vergewaltigung, die hohen Lebensmittelpreise, Glücksspieler, Trunkenbolde, um Mörder, um Selbstmorde und um Gott.

Salman Rushdie, Scham und Schande